Kein Platz für Sucht 

 

  Kinder brauchen Liebe und Wärme
  Kinder brauchen Lob und Anerkennung
  Kinder brauchen Freiraum und Geborgenheit
  Kinder brauchen Vorbilder und Bezugspunkte
  Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung
  Kinder brauchen Freunde und Gemeinschaft
  Kinder brauchen Phantasie und Werte
  Kinder brauchen Liebe und Wärme  

Diese Regel ist die wichtigste Grundvoraussetzung für eine gesunde seelische Entwicklung Ihres Kindes. Das bedeutet konkret, dass sie sich der Liebe und der Zuneigung ihrer Eltern und der ihnen nahestehenden Erwachsenen sicher sein wollen. Dabei genügt es nicht nur, dass man sein Kind liebt, sondern man muss ihm die Liebe auch zeigen. Und zwar so, dass das Kind sie auch tatsächlich spürt.
Kinder haben ihre eigene Art, mit Gefühlen umzugehen. Sie leben Ihre Emotionen meistens direkter und heftiger als Erwachsene aus. Nicht immer bringt man dafür die nötige Geduld und Nachsicht auf, fühlt sich auch oftmals einfach überfordert. Perfekte Eltern gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Solange Streit und Krach zwischen Eltern und Kindern nicht zum Dauerzustand werden, ist alles halb so schlimm.


Entscheidend ist allerdings immer: Wenn ihr Kind in ihre Arme will, sollten Sie es niemals zurückweisen; besonders nach einem Streit. Sie sollten versöhnungsbereit sein und einlenken. Selbst, wenn Sie davon überzeugt sind, im Recht zu sein. Für ein Kind gibt es keine schlimmere Strafe, als von seinen Eltern zurückgewiesen zu werden. Kinder brauchen den direkten Hautkontakt, sie wollen mit ihren Eltern schmusen und in den Arm genommen werden.

Seelische Sicherheit heißt also: auch wenn ich im Stress bin, im Augenblick keine Zeit für dich habe oder wir uns sogar streiten - du kannst trotzdem immer sicher sein, dass ich dich lieb habe - ich liebe dich, so wie du bist. Kinder brauchen dieses absolute Grundvertrauen zu anderen Menschen, um Vertrauen zu sich selbst entwickeln zu können. Selbstbewusste Kinder, die gelernt haben, auch Zuflucht bei anderen Menschen (insbesondere Mutter bzw. Vater) zu finden, sind im späteren Leben nicht so anfällig für die Suchtgefahren.



  Kinder brauchen Lob und Anerkennung 

Kinder brauchen Lob. Dabei sollten wir Erwachsene nicht nur die Leistung der Kinder loben, sondern auch ihre Bemühungen. Wir neigen häufig dazu, unsere Kinder schon früh mit Leistungsgedanken und Leistungsdruck zu überfordern. Wir vergleichen den Entwicklungsgang unserer Kinder mit anderen und wenden bestimmte Standards auf sie an.
Was Kinder jedoch unbedingt benötigen ist die Grunderfahrung, dass ihre Eltern ihnen etwas zutrauen und ihre Persönlichkeit von den Eltern vorbehaltlos anerkannt wird. Es geht nicht um Leistung, sondern die Entwicklung einer starken, in sich ruhenden Persönlichkeit.



  Kinder brauchen Freiraum und Geborgenheit 

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Das zu akzeptieren, die eigene Schutzhaltung in Teilen aufzugeben, fällt vielen Eltern äußerst schwer. Sie können nicht verstehen, dass ihr Kind auch unangenehme Erfahrungen machen muss, etwa vom Klettergerüst fallen oder sich mit Gleichaltrigen körperlich zu streiten. Erfahrungen, die sie dem Kind am liebsten ersparen möchten.
Jedoch bedeutet Freiraum in erster Linie Platz für eigenes Erleben, selbständiges Forschen, Spielen, Rennen, Bewegen. In diesem Rahmen können Kinder ihre eigenen Realität lernen zu begreifen und auch ihre ersten Erfolgserlebnisse zu haben. Diese kann ihnen niemand abnehmen, die Eltern nicht und auch das Fernsehen nicht.
Wichtig ist aber auch, dem Kind Grenzen zu setzen. Kinder wollen dies, auch wenn sie bei der konsequenten Umsetzung mit Konflikten rechnen müssen. Allerdings sollten diese Grenzen den Kindern Halt geben und sie nicht einengen. Wichtig ist aber auch Beständigkeit, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Essen besonders in der Familie.

  Kinder brauchen Vorbilder und Bezugspunkte  

Kinder orientieren sich in ihrem Fühlen und Denken an Erwachsenen, sie bewundern sie und wollen ebenso sein wie sie. Eltern sind die prägenden Vorbilder und Kinder können sehr genau unterscheiden, was Eltern so alles erzählen und wie sie sich in Wirklichkeit verhalten. Dies erkennen Kinder auch im Umgang mit unseren eigenen Süchten. Wir sagen den Kinder, dass Alkohol und Zigaretten ungesund sind, und trinken und rauchen jedoch bei jeder Gelegenheit. Wohl nirgendwo ist der Widerspruch so groß, wie bei unseren guten Worten und Taten in bezug auf unsere eigenen Süchte.
Wie sollen wir nun damit umgehen?
Es hilft nur Ehrlichkeit. Es ist besser dem Kind zu erklären, dass Rauchen und Alkohol ungesund sind, als dies vor dem Kind zu verheimlichen. Es hilft das Eingeständnis, dass man selbst kleine Fehler und Schwächen hat, denn dies wird das Kind verstehen können.
Kinder brauchen Vorbilder, und die sollten realistisch sein. Dazu gehört auch, seinem Kind zu erklären, dass wir selbst nicht perfekt sind und Schwächen haben.

  Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung 

Kinder wollen toben, sich bewegen, Spaß haben an der körperlichen Anstrengung. Doch dazu brauchen sie ausreichend Platz. Jedoch sind die meisten Wohnungen zu klein, die Straße dafür zu gefährlich, und die Spielplätze dafür nicht geeignet.
Jedoch müssen Kinder die Erfahrung machen, dass körperliches Wohlgefühl und seelische Zufriedenheit miteinander zusammenhängen.
Ebenso wichtig ist eine ausreichende gesunde Ernährung. Mittlerweile leben ganze Industriezweige von Lebensmittel- und Genussmitteln, die speziell für Kinder produziert werden. Die Werbung verspricht Gesundheit- und Leistungssteigerung.
Besonders im Umgang mit Süßigkeiten ist es wichtig, dass Eltern und Erziehungsberechtigte auf einen verantwortungsvollen Umgang achten. Es ist falsch, Kindern Süßes geben, wenn sie beruhigt oder getröstet werden sollen. Und es ist ebenso unverantwortlich, Süßigkeiten anstelle von emotionaler Zuwendung zu geben.
Die Parallelen zum Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch liegen auf der Hand: Sucht beginnt da, wo ein Mittel anstelle eines vertrauten Menschen dazu dienen soll, über ein Stimmungstief hinwegzuhelfen.



  Kinder brauchen Freunde und Gemeinschaft 

Kinder heute leben unter anderen Bedingungen, als Kinder vor 20 oder 30 Jahren. Durch den Schwund der Großfamilien werden Familien heute immer kleiner, Eltern sind berufstätig, so dass andere Erziehungseinrichtungen wie Kindergärten oder Kindertagesstätten immer wichtiger werden.


  Kinder brauchen Phantasie und Werte  

Der langfristig beste Schutz gegen Sucht sind seelische Ausgeglichenheit, Selbstbewusstsein und Ich-Stärke, damit Kinder sich zu selbständigen, realitätstüchtigen und kritikfähigen Erwachsenen entwickeln.
Dazu ist die Erziehung wichtig. Wir müssen darauf achten, unseren Kindern in den Familien ein offenes Klima mit genügend Freiräumen zu geben, eine Atmosphäre, in denen partnerschaftlich miteinander umgegangen wird, wir ein deutliches "Ja" und ein deutliches "Nein" aussprechen.