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Die Rahmenbedingungen
des Spielens haben sich in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt.
Mit dem Siegeszug von Multimedia, interaktiven Spielen, Lan-Parties (Spielen
im Netzwerk) und Internet hat sich eine neue Realität in den Kinder-
und Jugendzimmern etabliert, die so mit der Welt der 60er und 70er Jahren
nicht mehr vergleichbar ist. Nostalgische pädagogische Betrachtungen,
die durch den Siegeszug computerisierter Spielewelten eine komplette seelische
Verarmung der Kinder befürchten, sind nicht zutreffend. Kinder wachsen
heute in eine Gesellschaft hinein, die sich auf dem Weg zur umfassenden
Wissensgesellschaft befindet und in der die neuen Kommunikationstechniken
eine tragende Rolle spielen.
So betrachtet bieten Computerspiele, die einen intensiven Umgang mit dem
Rechner bedingen, ein gutes Lernumfeld für das spätere Leben der
„Generation @“.
Auf der anderen Seite birgt übertriebenes Spielen auch Risiken wie
Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, Konzentrationsstörungen, Überforderung.
Hier ist die pädagogische Erfahrung der Eltern gefragt, die auf der
Grundlage der eigenen Normen und Werte auch wissen, wo bei aller Offenheit
dennoch Grenzen gesetzt werden und Verbote erfolgen müssen.
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Viele Erwachsene
lassen sich in ihrer Beurteilung von Computerspielen von gängigen
negativen Klischees leiten. Es heißt dann pauschal: “Da geht’s
doch sowieso immer nur um Hauen, Stechen und Rumballern!“
Ohne Zweifel gibt es auf dem riesigen Markt der Computerspiele ganze Heerscharen
von Spielen, die nur auf stumpfes „Drauflos-Ballern“ ausgerichtet
sind. Das aber auf die anderen Spielegenres zu übertragen ist schlichtweg
falsch. Für Kinder interessant und pädagogisch wertvoll sind
zahlreiche Spiele, die Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen fördern,
Fantasie und Kreativität anregen und auch analytisches, komplexes
Denken stimulieren.
Einen besonderen pädagogischen Stellwerten kommt dabei den sogenannten
„Edutainment“ Spielen zu; im übrigen eine typisch „deutsche“
Wortschöpfung, die so im angloamerikanischen Sprachraum niemand versteht.
Die besseren dieser Spiel- und Lernprogrammen in einem kombiniert stellen
Lerninhalte mit allen multimedialen Möglichkeiten dar, kombinieren
also die unterschiedlichsten Darstellungsformen und machen damit das Lernen
für die Kinder sehr anschaulich. Die Bedienung ist dem Alter entsprechend
optimiert und einfach gehalten, über positive Verstärkungen
bekommt das Kind zusätzliche Anreize.
Es ist wirklich lohnend, sich in diesem Bereich zu informieren. starke-Eltern.de
wird Ihnen auf der Startseite unter der Rubrik „Medientipp“
diese hochwertigen Spiele in Abständen vorstellen.
Eine umfassende Qualitätsprüfung aller Medien (Video, DVD, Buch,
Computerspiel ...) bietet die „Stiftung Lesen“. Die Ergebnisse
werden in Broschüren veröffentlich, die „Stiftung Lesen“
interessierten Eltern und ErzieherInnen kostenlos zukommen lässt.
Stiftung Lesen
Fischtorplatz 23
55116 Mainz
www.StiftungLesen.de
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Der Kommentar einer genervten Mutter:
Computerspiele und ein packendes,
fesselndes Buch haben viel gemeinsam. Man kann sich so vertiefen, das
man gar nicht mehr aufhören möchte. Im Gegensatz zu der zeitlichen
Begrenzung, die ein Kinofilm oder eine Fernsehsendung haben, ist gerade
bei den komplexen Computerspielen mit den vielfachen Möglichkeiten
und Herausforderungen erst mal ein Ende schwer vorstellbar. Und genau
wie beim Buch lässt sich selbst bestimmen, wann man anfangen und
aufhören möchte. Spätestens dann, wenn das Computerfieber
im Kinderzimmer einsetzt, legt sich die Stirn der Eltern in Sorgenfalten.
Ein wenig Gelassenheit ist hier gefragt. Gerade wenn die Spiele noch neu
und unerforscht sind, ist die Faszination riesengroß. Dann ergibt
sich der Spielspaß aus der Konzentration auf die neue spielerische
Herausforderung, die im Moment keine zeitliche Begrenzung kennt. Die Situation
ist vergleichbar mit dem Lesen eines Romans, den man aufgrund der Spannung
auch nicht aus den Händen legen möchte.
Natürlich muss das Kind zeitliche Grenzen respektieren, aber
zu schnelles Eingreifen beim Überschreiten von Zeitlimits stempelt
den Erwachsenen schnell zum spaßlosen Spielverderber ab und nimmt
den Raum für pädagogisches Handeln, welches das Kind auch versteht.
Die Faszination dauert aber nicht ewig, irgendwann ist das Spiel ausgereizt
und andere Aktivitäten werden wieder wichtig. Wenn das Computerspielen
allerdings zur tagelangen Hauptbeschäftigung wird, alle zeitlichen
Vorgaben immer wieder missachtet werden und alle anderen Aktivitäten
(Hausaufgaben, Freunde besuchen) darunter leiden, müssen Sie einschreiten.
Diese Frage ist nicht eindeutig zu
beantworten. Die Wissenschaft glaubt, genügend Beweise dafür zu
haben, dass Kinder durchaus in der Lage sind zwischen virtueller und tatsächlicher
Realität zu unterscheiden. Dennoch mag es wichtig erscheinen, dem Kind
von Fall zu Fall klar zu machen, dass es sich um eine schöne, aber
auch nicht wirkliche Welt handelt. Genauso wie Märchen eben erzählt
werden und ihre Wirkung haben, aber nicht wirklich sein müssen. Gerade
in der heutigen Computer- und Internetwelt, der Welt der Vernetzung und
der Virtualität stoßen selbst die Erwachsenen an die Grenzen
ihres Beurteilungsvermögens.
Ein Eingreifen mit pädagogischen
Maßnahmen bis hin zum Verbot ist unerlässlich,
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wenn das Kind über lange Zeiträume vor
dem Computer sitzt. |
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wenn das Kind alle vorgegebenen Zeitspannen ignoriert. |
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wenn dadurch tägliche Pflichten wie die Hausaufgaben
vernachlässigt werden. |
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wenn trotz Ermahnungen keine Anstalten gemacht
werden, den Computer auszuschalten. |
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wenn das Kind zu vereinzeln droht, da die Kontakte
zu Gleichaltrigen immer stärker zurückgehen. |
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wenn das Familienleben dadurch gestört wird.
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wenn die Computerspiele gewaltverherrlichende
oder pornographische Inhalte haben. |
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| Tipps
für den besseren Umgang mit computerspielenden Kindern
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Haben Sie Vertrauen in die Fähigkeiten
Ihres Kindes, auch beim Umgang mit den neuen Medien. |
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Spielen Sie einfach mal mit. Ihr Kind wird
begeistert sein, dass Sie seine Faszination erleben und teilen
wollen. Und wer mal mitgespielt hat, kann auch Einwände
bringen, die so eher gehört werden. |
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Bleiben Sie tolerant, wenn vorgegebene Zeitlimits
nicht genauestens eingehalten werden. Übertriebene zeitliche
Kontrolle nimmt dem Kind den Spielspaß. Elterliches Fingerspitzengefühl
ist hier gefragt. |
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Das Computerspielen verläuft genauso
bewegungsarm wie das Fernsehen schauen. Sorgen Sie dafür,
das es genügend Ausgleich gibt. |
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Die falschen, nicht altersgerechten Spiele
können Ihr Kind massiv überfordern. Achten Sie auf
die vorgegeben Altersbeschränkungen. |
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Bei der Konzentration auf ein bestimmtes
Spiel: Gelassen bleiben, auch hier ist irgendwann die Faszination
vorbei. |
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Eine „Mattscheibe“ reicht. Wenn
das Kind Computer spielt, muss es Einschränkungen beim
Fernsehkonsum geben, was sich in den meisten Fällen schon
von alleine regelt. |
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Schreiten Sie in jedem Fall ein, wenn das
Kind seine Grenzen verliert und sich der Computer zum zentralen
Lebenspunkt auszuwachsen scheint. |
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Spiele mit menschenverachtendem, gewalthaltigem,
sexistischen, pornographischen Inhalt sind selbstverständlich
tabu. Informieren Sie sich. Viele Eltern wissen gar nicht, dass
ihre Kinder solche Spiele besitzen. |
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