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Kinder brauchen Selbstvertrauen.
Sie müssen wissen, dass sie an ihre Möglichkeiten glauben
und auf ihre Fähigkeiten vertrauen dürfen.
Grundvoraussetzung dafür sind tiefgreifende positive Erfahrungen, insbesondere
mit den Eltern, die sie unterstützen, loben, tadeln, ermutigen und
ihnen vor allem etwas zutrauen. Zutrauen heißt, Vertrauen haben in
die Fähigkeiten des anderen. Damit wird das Selbstbewusstsein gestärkt
und die Entwicklung einer Ich-starken, lebensfrohen Persönlichkeit
auf den Weg gebracht. 
Neben den Eltern sind es auch ErzieherInnen, Verwandte und Freunde, die
mit ihrem Einfluss die kindliche Entwicklung prägen und viel für
positive Momente im Leben des Kindes tun können. |
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Im Spiel und im Austausch
mit den Spielkameraden machen Kinder ihre Erfahrungen und loten
dabei ihre Grenzen aus. Das Kind lernt sich einzuschätzen und
kann mit seiner Enttäuschung besser umgehen, wenn mal etwas
nicht klappt. Damit wächst Selbstakzeptanz und Frustrationstoleranz.
Über kleine Fortschritte im Spiel wird zudem das Selbstvertrauen
gestärkt. Hier sind wieder Eltern und Erzieher gefragt, Fortschritte
und Weiterentwicklung situationsbedingt durch Hilfestellungen zu ermöglichen.
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Kinder brauchen Freiräume, in
denen sie ungehindert ihre Fantasie entfalten und ihre Kreativität
entdecken können. Solche Spielräume, die in unserer hochzivilisierten,
städtischen Kultur leider immer seltener werden, wie Wiesen, Felder,
Häuserecken, Hinterhöfe, Spielplätze, wenn sie denn genug
Raum für Fantasie bieten, sind notwendig für die kindliche Entwicklung.
Im freien unkontrollierten Spiel wird die Welt sinnlich erfahren, es werden
eigene Regeln aufgestellt und eigene Plätze erobert. Das Kind kann
seiner Fantasie freien Lauf lassen und spürt, dass es schöpferisch
etwas bewirken kann. Das ist wesentliches seelisches Rüstzeug für
das spätere Leben, denn Menschen mit reichhaltiger Fantasie benötigen
keine ständigen äußeren Anreize und Sensationen, um die
eigene innere Leere zu bewältigen. 
Auch bei dieser Regel ist wieder
Selbstvertrauen die notwendige Voraussetzung, um in einer schwellenden
Konfliktsituation "nein" sagen zu können. Kinder müssen
lernen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten, eben auch mal "nein"
zu sagen und damit Widerstand in Kauf zu nehmen; auch gegenüber
Erwachsenen. Das formt das Selbstbewusstsein. Streiten will gelernt
sein. Nicht umsonst gibt es das Wort „Streitkultur“ und
Aggressionen sind überlebenswichtig. Das Kind muss frühzeitig
lernen, sich zu behaupten und dazu gehört die Fähigkeit,
"nein" sagen zu können.
Den geborenen Duckmäuser gibt es nicht. Wer als Erwachsener
vor allem kuscht, ist in seiner Kindheit traumatisiert worden, etwa
durch ein autoritäres Elternhaus, dass jeden Widerstand im Keim
erstickt hat oder aber durch überängstliche Eltern, die
ihre Ängste auf das Kind übertragen.

So wie die Erwachsenen das Nein
des Kindes akzeptieren, muss das Kind lernen, das Nein der Erwachsenen
zu befolgen. Es muss lernen, sich an Regeln zu halten und es muss erfahren,
dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann. Ein Kind, dem jeder
Wunsch erfüllt wird, lernt nicht, verzichten zu können. Dieses
Defizit in der Entwicklung führt zu einer geringen Frustrationstoleranz
und wird sich unweigerlich im späteren Leben als gravierender Nachteil
herausstellen. Menschen mit niedriger Frustrationstoleranz sind weitaus
gefährdeter für die Flucht in süchtiges Verhalten als Ersatz
für die entgangene Befriedigung.
In einem guten Familienklima werden
die Eltern die Selbständigkeit des Kindes fördern, indem sie seine
Meinung und seine Entscheidungen akzeptieren. Gleichzeitig muss das Kind
lernen, dass es selbst für die Folgen seiner Entscheidungen und seines
Handelns verantwortlich ist.
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