Besonders
Männer leiden unter dem Verlust des Arbeitsplatzes, wenn sie sich
stark in der Rolle des Ernährers sehen. Ihr Selbstbewusstsein leidet,
sie hinterfragen ihre Person und Kompetenz: War ich nicht gut genug für
den Job? Will mich denn jetzt überhaupt noch jemand einstellen? Die
Arbeitslosigkeit schürt viele Fragen: Wie kann ich die Zukunft meiner
Familie sichern? Wie bewahre ich uns vor großen Verlusten und Einbußen
in unserer Lebensqualität?
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Ob Mann
oder Frau, Vater oder Mutter: Für den (Ehe-)Partner und die Kinder
ist es nun eine große Herausforderung und Umstellung, den von Arbeitslosigkeit
Betroffenen zu stärken und zu stützen. Denn: Der Verlust des
Arbeitsplatzes ist immer ein schwerer Schock, der erst verarbeitet werden
muss.
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Die ersten Wochen nach einer Kündigung
sind die schwierigste Zeit. Nun gilt es das Leben neu zu ordnen,
den Verlust zu überwinden, neue Kraft und Zuversicht zu gewinnen.
Suchen Sie so oft wie möglich das gemeinsame Gespräch.
Seien Sie offen mit ihren Ängsten: Was wird befürchtet?
Welches Schreckensszenario spukt in Ihrem Kopf? Wie können
Sie sich gegenseitig unterstützen? |
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Schenken Sie sich Zeit und Geduld:
Die Gewöhnung an den neuen Lebensalltag funktioniert nicht
von heute auf morgen. |
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Wichtig: Der Alltag sollte den gewohnten
Strukturen -so weit es geht- folgen. Behalten Sie Ihren festen Aufstehrhythmus,
frühstücken Sie gemeinsam, verteilen Sie Haushaltsaufgaben.
So fällt nach längerer Arbeitslosigkeit die Rückkehr
in ein neues Arbeitsverhältnis nicht schwer. Auch das Risiko
von Depressionen in Folge von Müßiggang, Langeweile,
Frust etc. sinkt. |
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Die ganze Familie sollte nun zusammenhalten
und dem Betroffenen/der Betroffenen Liebe und Verständnis schenken.
Zeigen Sie, dass der wichtigste Platz in der Familie ist und dass
mit dem Verlust des Arbeitsplatzes die Welt nicht untergeht. Leben
Sie das Motto: Gemeinsam sind wir stark! |
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Wenn der/die Betroffene sich zurückzieht,
Ruhe und Distanz wünscht, deuten Sie dieses Verhalten nicht
als Liebesentzug. Fragen Sie lieber vorsichtig nach, ob Bedarf nach
einem Gespräch vorhanden ist, ohne Druck zu machen. Zeigen
Sie, dass Sie vorbehaltlos hinter Ihrem Partner stehen, so schenken
Sie Vertrauen und stärken das Selbstwertgefühl Ihres Partners. |
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Vermeiden Sie Erwartungshaltungen,
wie „Jetzt sind schon zwei Wochen vergangen und du hast immer
noch nichts gegen die Arbeitslosigkeit unternommen!“ Besser:
„Hast du schon eine Idee, wie es jetzt weitergehen könnte?
Kann ich dir helfen?“ |
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Machen Sie nichts im Alleingang,
um Ihren arbeitslosen Partner zu entlasten oder weil Sie das Gefühl
haben, dass es sonst nicht weitergeht. Wer nun heimlich nach neuen
Arbeitsmöglichkeiten telefoniert oder Bewerbungsschreiben verschickt,
läuft Gefahr, den Partner damit zu überrumpeln. Besser:
Gemeinsam überlegen! Wo ist ein Anruf sinnvoll? Wann soll ein
Termin beim Arbeitsamt bestellt werden? |
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Keinen Druck vor Bewerbungsgesprächen,
Vorstellungsterminen machen. Bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung
an (z.B. für Rollenspiele), aber vermeiden Sie Stress. Schenken
Sie Ihrem Partner/ihrer Partnerin das bestärkende Gefühl,
dass Sie an ihn/sie glauben. Mit dem Vertrauen der Familie im Rücken
sinkt der Stresspegel vor Einstellungsgesprächen. |
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Versuchen Sie die Arbeitslosigkeit
auch positiv zu sehen: Bis ein neuer Job gefunden ist, öffnen
sich viele Zeitfenster. Spielstunden mit den Kindern, Ausflüge
in die Natur und Zeit zu Zweit sind auch bei einem knappen Budget
möglich. |
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Die Erschütterung
der eigenen Persönlichkeit kann so stark sein, dass bedrückende
Existenz- und Versagensängste entstehen, die die ganze Familie belasten.
So manch ein Betroffener rutscht nun in eine große Krise. Folgende
Veränderungen können Hinweis auf eine psychische Krise sein:
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Mangel an Lebensfreude, Verringerung
der Kommunikation |
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Depressive Verstimmungen, erhöhter
Alkoholkonsum |
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Hohe Reizbarkeit, entstehende Aggressivität |
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Schlaflosigkeit, Schlafstörungen |
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Rückzug, Distanz zur Familie,
Isolation |
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sexuelle Distanz, Impotenz |
Bereits bei den ersten Anzeichen einer Persönlichkeitsveränderung,
sollten Betroffene sich professionelle Hilfe holen. Denn: So verständlich
der Kummer auch ist, Psyche und Seele dürfen nicht dauerhaft leiden.
Informationen zur Hilfe bieten die regionalen Stellen der Bundesagentur
für Arbeit und der Deutsche Gewerkschafts-Bund in Frankfurt:
DGB Landesbezirk Hessen
Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77
60329 Frankfurt
Tel: 069 / 27 30 05-32 oder -33
FAX: 069 / 27 30 05-55 |
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www.arbeitsagentur.de
(Bundesagentur für Arbeit) www.jobpilot.de
(europaweite Suche möglich)
http://stellenmarkt.sueddeutsche.de/ (Online Portal der Zeitung "Süddeutsche")
www.jobscout24.de
(privates Jobportal)
www.monster.de (privates Jobportal)
Autorin: Bettina Levecke  |
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