Geschenke zur Konfirmation und Kommunion 

Ob Konfirmation oder Kommunion – die Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft ist ein ganz besonderes Fest im Leben eines Kindes. Und natürlich möchten Eltern, Geschwister, Paten oder Nachbarn mit einem passenden Geschenk die Bedeutung dieses Ereignis unterstreichen. Doch was ist passend? Geld? Schmuck? Die Erfüllung eines Herzenswunsches?

Noch vor 40, 50 Jahren war alles ganz einfach: Die Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft galt als erster Schritt in die Erwachsenenwelt. Jungs bekamen goldene Uhren, Geld fürs Sparbuch, Hemden, Krawatten, wahrscheinlich den ersten eigenen Anzug. Mädchen wurden für das Leben in der Ehe beschenkt: Handtücher, Tischdecken, Suppenterrinen und Silberlöffel. Mit der Kommunion bzw. Konfirmation begann das Sammelsurium genannt „Aussteuer“.
Das ist heute vorbei. Mit Besteckset und Topflappen, goldenen Manschettenknöpfen oder einem 24bändigen Brockhaus macht man heute den wenigsten Kindern und Jugendlichen eine Freude. Außer sie haben sich diese Dinge ausdrücklich gewünscht.

Die meisten Kids wünschen sich Geld. Oft stehen hinter diesem Wunsch konkrete Pläne. Eine kleine Reise, ein neues Sofa fürs Zimmer oder das Sparen für das ersehnte Moped oder Auto. Viele Kids freuen sich auch einfach darüber, ein bisschen Erspartes für die Zukunft auf die Seite legen zu. Doch wie viel Bares ist Wahres? Immer wieder sorgt diese Frage für unterschiedliche Meinungen. Grundlage bildet zunächst die Beziehung zum Kind. Ist man verwandt oder nur bekannt? Nachbarn, die nicht zum Fest eingeladen sind, aber trotzdem eine Aufmerksamkeit schicken möchten, können je nach Beziehungsgrad fünf bis 20 Euro in einen Umschlag stecken. Wer eingeladen ist, sollte etwas großzügiger sein. Bei engen Verwandten, z.B. Tanten oder Großeltern, ist es noch schwieriger zu ermessen. Letztendlich muss diese Frage jeder für sich persönlich entscheiden. Elisabeth Bonneau, Stilexpertin aus Freiburg empfiehlt die Faustregel: „Überlegen Sie, was Sie sonst zu Geburtstagen schenken und verdoppeln Sie diesen Betrag.“

Um das Geldgeschenk symbolisch aufzuwerten, empfiehlt es sich, nicht nur eine Standardkarte aus dem nächsten Edeka zu benutzen, sondern sich eine persönliche Verpackung auszudenken. Nachbarn können z.B. ein Foto des Kindes von früher ausdrucken und einen schönen Spruch dazuschreiben. Wichtig ist in jedem Fall eine persönliche Ansprache. Nehmen Sie nicht nur ein Kuvert und schreiben Sie „von den Schröders nebenan“ oder „von Tante Inge“, sondern überlegen Sie sich ein paar Sätze, die von Herzen kommen. „Wir freuen uns mit dir über diesen wunderbaren Tag“ oder „Früher hast du in unserem Garten Chaos in der Sandkiste gemacht, jetzt dürfen wir mit dir deine Kommunion feiern“. Immer passend sind auch Bibelzitate (z.B. der eigene Konfirmationsspruch) oder schöne Gedichte.



Wer ein Geldgeschenk zu unpersönlich findet, kann auf eine Fülle von schönen Geschenkemöglichkeiten zurückgreifen. Hat das Kind vielleicht einen bestimmten Herzenswunsch? Eine Dauerkarte für den Lieblings-Bundesligaverein kann einen kleinen Fan im Nu in den glücklichsten Menschen der Welt verwandeln. Eine Wochenendreise mit dem Großvater in eine Metropole Europas, Tickets für eine besondere Veranstaltung, z.B. ein Konzert oder Theaterstück, schenken lebenslange Erinnerungen. „Events“ zu verschenken bietet sich vor allem dann an, wenn man gerne gemeinsam mit dem Kind bzw. Jugendlichen etwas unternehmen möchte. Dies ist in der Regel engen Freunden, Großeltern, Tanten und Onkeln oder Paten vorbehalten.

Manche – auch wirkliche Herzenswünsche- sind jedoch eher unpassend. Eine Playstation zur Konfirmation? Die neuen Super-Sneakers zur Kommunion? Da fragt man sich schon, was hat das eine mit dem anderen zu tun. Diese Geschenke sind sehr materiell und haben nur wenig Symbolkraft.

Wer Zeit hat und Lust auf Kreativität hat, kann dem Kind ein ganz persönliches Geschenk machen, z.B. ein Lebensfotoalbum mit vielen Bildern und Geschichten aus der Familie. Oder eine Collage aus vielen Fotos in einen schönen Bilderrahmen kleben. Toll auch, wenn auf dem Fest ein Blanko-Buch durch die Reihen wandert und alle Gäste persönliche Nachrichten, Gedanken oder Wünsche für das Kind aufschreiben können.

Auch mit Klassikern kann man nach wie vor Freude bereiten: Ein toller Füllfederhalter oder Kugelschreiber, ein wertvolles Lesezeichen oder eine hochwertige Tasche – sprechen Sie am besten vorher mit den Eltern, um sich abzusichern, dass nicht auch andere solche Sachen schenken. Empfehlenswert ist es auch, gemeinsam mit dem Kind auszusuchen, um wirklich den Geschmack zu treffen. Was nützt die schönste Uhr, der tollste Füller, wenn das Geschenk dem Kind nicht gefällt?























Mit der
Kommunion
bzw. Konfirmation
begann das Sammelsurium genannt „Aussteuer“.

Das ist heute vorbei.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Geschenketipps für kleines Geld

Nicht alles, was gut ist, muss teuer sein! Eine Silberkette mit kleinem Glücksbringer oder ein Silberarmband mit Gravur gibt es beim Juwelier schon für 20-30 Euro. Noch günstiger sind Gutscheine für besondere Aktivitäten. Ein Wanderwochenende mit dem Onkel ist Abenteuer pur, ein Gutschein für Spieleabende mit den Großeltern schenkt gemeinsame Zeit! Vielleicht haben Sie auch etwas, was Sie dem Kind weitergeben wollen: Zum Beispiel die Bibel, die man selbst zur Konfirmation bekommen hat. Oder eine Uhr, eine alte Münze oder ein ganz besonderes Erbstück. Seien Sie sicher: Die besten Geschenke sind immer die, die von Herzen kommen!

Autorin: Bettina Levecke