| Kinder brauchen Musik |
Musik macht schlau! Eine Langzeitstudie des Frankfurter Musikpädagogen Hans-Günther Bastian an Berliner Grundschulen beweist: Musik fördert die Intelligenz und die Entwicklung von Kindern. Und das ganz nebenbei. Denn allein durch das Lauschen und Zuhören wird das Gehirn stimuliert. Aus einzelnen lauten und leisen, langen und kurzen Tönen werden mal schnelle, mal langsame Melodien. Rhythmen, Instrumente, Gesang – im Hören der Musik verarbeitet das Ohr eine hohe Dichte verschiedener Klangformen, die erst im Zusammenspiel das Ganze ergeben. Komplex und doch auf den Punkt: Musik ist immer wieder eine einzigartige Sinneserfahrung. Mal macht sie traurig, nachdenklich, dann wieder fröhlich, fordert zum Tanzen auf, lässt die Füße wippen. Erfahrungen, die alle Menschen teilen. Schon die Kleinsten können die unterschiedliche Wirkung der Musik beschreiben, mit Mimik, Gestik oder Worten die gehörte Musik eigenen Emotionen zuordnen.Da ist es nicht erstaunlich, dass Musik das Gehirn wie keine andere Tätigkeit anregt. Die Zentren für Emotionen, Sprache, Kreativität und das Gedächtnis sind sofort aktiv, wenn die Ohren Melodien oder Rhythmen wahrnehmen. Je öfter Kinder Musik hören und selbst machen, desto leistungsfähiger werden diese Gehirnregionen. Denn: Beim Musizieren werden die rechte und die linke Gehirnhälfte gleichzeitig angesprochen. Kinder, die viel Musik erleben, können besser sprechen, schneller lesen, sind kreativer und können sich Lerninhalte besser und länger merken. |
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Töne als Gehirn-Nahrung
Die Sprache ist eng verwandt mit der Musik. Worte und Sätze werden nicht monoton und eintönig gesagt, sondern auch sie unterliegen musikalischen Elementen, wie Klang, Sprachrhythmus, Tonlage und Pausen. Kinder lernen Sprechen vom Hören. Nach „Mama“ oder „Papa“ sind es vor allem kleine Liedzeilen, die schon die Kleinsten nachsummen. Es ist die Sprachmelodie, die Kindern Sinnzusammenhänge aus Wörtern beibringt. Kein Wunder, dass Musik ein wichtiger Bestandteil der Sprachförderung ist. Über Melodien wird das Gehirnzentrum, welches für die Sprache zuständig ist, angeregt. Kinder lernen so spielerisch und ohne Anstrengung besser zu sprechen. Psychologische Studien zeigen auch: Je früher Kinder Musik erleben und erfahren, desto besser können sie mit ihren Gefühlen umgehen. Musik, so die Forschung, spricht vor allem die vier Grundgefühle Freude, Trauer, Wut und Furcht an. Im Spiel mit der Musik reifen Kinder, können sich in den verschiedenen Ausdrücken ausprobieren, Stimmungen auf- und wieder abbauen. Sie werden emotional stabiler, neigen weniger zu Aggressivität. |
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Power für den Kopf Kinder sind begeistert, wenn sie selbst Musik machen können. Toll, wenn zu Hause auf Töpfen und Pfannen mit dem Holzlöffel experimentiert werden kann. Oder mit Wasser gefüllte Gläser faszinierende Töne erzeugen. Musikalische Eindrücke werden schon von den Kleinsten aufgesaugt wie ein Schwamm. Selber Musik zu machen, ist nicht nur ein Riesenspaß, es ist gleichzeitig ein tolles Training für eine positive Entwicklung. Schon beim Singen müssen Kinder Melodie und Sprache gleichzeitig verarbeiten, dabei noch auf die „Mitsänger“ achten. Bei Instrumenten sind es noch mehr Elemente: Rhythmus, Fingersätze, Noten, Töne, Tasten, Seiten... Ein komplexes Zusammenspiel, dass das Gehirn intensiv beansprucht und stark macht! Beim Musizieren müssen Kinder Zuhören, Wahrnehmen, Strukturieren, Koordinieren, Konzentrieren – und das alles gleichzeitig. Verständlich, dass immer mehr Eltern und Pädagogen fordern, dass Musik wieder verstärkt in den Schulunterricht integriert wird. Denn nach Stundenkürzungen im Fach Musik wird langsam klar: Das Fehlen einer umfassenden musikalischen Früherziehung wirkt sich auf alle Fächer negativ aus. |
Selber Musik zu machen, ist nicht nur ein Riesenspaß, es ist gleichzeitig ein tolles Training für eine positive Entwicklung. |
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Früh übt sich... Zwei Sandkastenfreunde: Der eine wird Pianist, der andere trifft beim Singen keinen Ton. Es wäre leicht zu behaupten, dass Musik eine Frage des Talents ist. Doch die Forschung sagt das Gegenteil: Jeder Mensch ist musikalisch. Entscheidend für die musikalische Entwicklung ist die Förderung. Nicht jedes Kind kann zum zweiten Mozart werden. Doch richtig Singen, ein Instrument spielen – das können alle lernen! Je früher Eltern ihr Kind an die Musik heranführen, desto besser. Auch wenn sie selbst sich als unmusikalisch bezeichnen: Um Kinder an die Musik heranzuführen, braucht es kein Klavier im Haus. Schon mit wenig Aufwand und kleinen Mitteln ist viel zu erreichen. Gemeinsam bei Autofahrten singen, eine Musikecke aus Flohmarkt-Instrumenten oder selbstgebaute Trommeln aus Töpfen, Plastikschüsseln oder Kisten, Kinder-CDs zum Mitsingen gibt es in jeder Bücherei. Und fast überall bieten Musikschulen musikalische Frühförderung für 3-6jährige an. Hier können Kinder sich an vielen verschiedenen Instrumenten ausprobieren, lernen mit Sing- und Klatschspielen einen Rhythmus einzuhalten, entwickeln das richtige Gefühl für Töne, Klänge, Melodien. Eine Chance, die Eltern nicht verstreichen lassen sollten. Denn: Die Eindrücke und Erfahrungen in der frühkindlichen Entwicklung prägen das ganze Leben. Wenn Musik bereits hier fest zum Alltag gehört, ein Garant für Spaß ist, werden Ihre Kinder diese Leidenschaft nicht mehr verlieren. |
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Buchtipps:
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LINKTIPPS: Expertenaufsätze:- www.familienhandbuch.de Kreutz, Gunter: "Wie Kinder Musik empfinden, erleben und lieben lernen" - www.familienhandbuch.de Bastian, Hans Günther: "Warum brauchen unsere Kinder Musik?" Kindgerechte Musikspiele im Netz: - www.musikwissenschaften.de 4 Spiele zur Gehörbildung - www.notenmax.de Die virtuelle Musikschule Broschüre: - www.kinderbrauchenmusik.de Knappek, Rainer: " Musizieren – Schlüssel zu ganzheitlicher Entwicklung und erfolgreichem Lernen" ; der Link führt zum Bestellformular (5 € Schutzgebühr) Tipp: - www.klingendes-museum.de Das klingende Museum - Musik zum Anfassen Autorin: Bettina Levecke |