
Keine Termine sorgen für
Abwechslung, nichts ist vorgegeben, die Zeit plätschert frei vor
sich hin. Ein unerwarteter Leerraum: „Hilfe – Langeweile!“
Doch genau diese Leerlaufphasen sind wichtig: Ohne die Abwechslung von
Außen wird das Kind auf sich selbst zurückgeworfen und nimmt
sich wieder wahr. Es kommt zur Ruhe, kann sich auf sich selbst konzentrieren.
Dies wird zunächst natürlich als langweilig empfunden, doch
die Langweile ist die Basis für wichtige Erfahrungen: Sich selbst
genug sein, sich in der eigenen Haut wohl fühlen, aus eigenen Ideen
Freude schöpfen.
Experten sind sich einig: Kinder brauchen diese Momente der Ruhe möglichst
regelmäßig. Zuviel Action und Terminhopping führt zu
Stress, setzt die Kinder unter Druck und verlangsamt ihre ganz persönliche
Entfaltung von Fantasie und Selbstwahrnehmung. In der Langeweile lernen
Kinder, aus eigener Kraft und eigenem Antrieb eigene Ideen und Interessen
zu finden. Ihre Selbstwahrnehmung wird gestärkt und auch ihr Selbstbewusstsein
wächst. |

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Langeweile ist das Gegenteil von Kurzweil. Man weiß
nichts mit sich anzufangen, die Zeit zieht sich hin, wird unendlich lang.
Besonders Kinder werden nun auf sich selbst zurückgeworfen. Wer kennt
nicht aus eigener Erinnerung die langen Samstage, die nie zu Ende gehen
wollten. Wo Minuten zu Stunden wurden, man lustlos allein den Ball über
die Straße kickte. Frustriert, genervt. Und doch: Irgendwann entstand
eine Faszination. Dann wurde Detektiv gespielt, weil der Nachbar irgendeine
geheimnisvolle Sache in der Garage gemacht hat, oder man baute in der
Sandkiste ein unterirdisches Kanalsystem. Plötzlich versunken, zeitvergessen,
glücklich. Langeweile ist bei Kindern die Basis für freies Spiel,
für Entdeckungen und Ideen, für Fantasie und Kreativität.
Doch um so weit zu kommen, müssen sie lernen, die Langeweile auszuhalten.
Kurz: Wenn Eltern ihren gelangweilten Kindern sofort Action und Programme
anbieten, lernen die Kinder nicht, alleine aus ihrer Langeweile etwas
Gutes zu machen. Kinder müssen lernen, diese Phasen des Leerlaufes
selbst zu meistern. Auch Eltern sind gut beraten, ihre Kinder hier zu
unterstützen, denn Momente der Langeweile gibt es viele: Im Wartezimmer
beim Arzt, auf langen Autofahrten oder beim Sonntagsbesuch bei der Verwandtschaft.
Wenn Kinder ihren Eltern hier immer abverlangen, auf ihre Langeweile zu
reagieren, entsteht dauerhaft Stress für die ganze Familie. Problematisch
wird es allerdings bei Kindern, die ständig und immer gelangeweilt
sind. Kinder, die auch beim schönen Familienausflug lustlos bleiben
und kein Interesse zeigen. Ursachen hierfür können sein:
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Ängste
und Sorgen: Vielleicht hat das Kind Probleme in
der Schule, hat Angst vor Klassenkameraden. Es zieht sich zurück,
brütet an seinem Problem. Stärken Sie Ihrem Kind unbedingt
den Rücken, schenken Sie Kraft und Zuversicht und versuchen
Sie, das Problem zu lösen. |
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Reizüberflutung:
Kinder, die täglich stundenlang vor dem Fernseher oder dem
Computer sitzen, erleben die ganze Zeit nur passive, gebündelte
Reize. Die eigene Fantasie erlahmt und muss erst wieder neu entdeckt
werden. Hier hilft nur: Reduktion. Weniger TV, weniger PC –
mehr sinnliches Erleben |
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Suche
nach Aufmerksamkeit: Manchmal ist die Klage über
Langeweile auch einfach der Wunsch nach elterlicher Aufmerksamkeit.
Das gemeinsame Spiel mit den Eltern wird ersehnt, gemeinsame Zeit
gewünscht. |
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Langeweile kann man fördern. Das klingt erstmal
seltsam: Wer will schon gelangweilte Kinder haben? Doch Langeweile kann,
wenn sie erstmal richtig erlebt wird, zu sehr viel Spaß führen.
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Negativ empfundene Langeweile
ist oft eine Antwort auf Überbeschäftigung. Die Kinder
haben verlernt, aus eigenem Antrieb Zeit zu gestalten, sind abhängig
von äußeren Einflüssen. Verringern Sie die Termine
Ihres Kindes, schaffen sie wirkliche „FREIzeit“. |
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Reagieren Sie nicht sofort, wenn
Ihr Kind über Langeweile klagt. Sie müssen nicht immer
der Animateur für Ihr Kind sein. Schenken Sie die Zeit, die
es braucht, um von ganz alleine auf eigene Ideen zu kommen. |
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Setzen Sie Ihr Kind nicht unter
Druck. Wenn es gedankenverloren im Garten sitzt und Steinchen
schmeißt, ist es vielleicht gerade sehr in seine eigene
Welt versunken und sollte dabei nicht gestört werden. Sätze,
wie „Was machst du denn da bloß?“ oder „Hast
du nichts zu tun?“ zerstören die positive Wahrnehmung
des Augenblicks. Ihr Kind bekommt so mitgeteilt: Ich muss immer
etwas Sinnvolles tun. |
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www.babyundfamilie.de
„Mann, ist mir langweilig!“ Interview mit Verhaltensbiologe
Joachim Bensel |
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www.elternimnetz.de
„Stichwort Langeweile“ bei Eltern im Netz |
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www.familienhandbuch.de
Vom Umgang mit der Langeweile, Fachbeitrag im Familienhandbuch |
Autorin: Bettina Levecke  |
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