| Liebeskummer - Wenn das Herz schmerzt... |
„ Lassen sie die Trauer zu“ Nur wer traurig sein darf und seinem Kummer Raum geben kann, hat eine Chance, auch diese Gefühle zu verarbeiten und für die Zukunft daraus zu lernen. Trösten heißt also nicht nur, die Traurigkeit möglichst schnell wegzureden oder davon abzulenken, sondern auch zuzulassen, dass es Trauer gibt – mit exzessivem Heulen, Wutausbrüchen, Antriebslosigkeit, Dauertelefonieren und allem, was dazu gehört. „Sich Zeit nehmen“ Bieten Sie ihrem Kind die Möglichkeit, mit Ihnen Zeit zu verbringen und sich auszusprechen. Die ungeteilte Aufmerksamkeit schafft Vertrauen und Geborgenheit und der Kummer kann unter Umständen auch mal „nebenbei“ besprochen werden, ohne dass sich ihr Kind von einem verordneten „Problemgespräch“ eher bedrängt fühlt. „Nehmen sie die Gefühle ernst“ Auch wenn der Kummer für Erwachsene manchmal lächerlich erscheint, weil er nur einen kleinen Anlass hat oder schon zum zehnten mal in vier Wochen auftaucht, so führen Kommentare wie : „Stell Dich doch nicht so an“ oder „Morgen hast Du das doch alles schon wieder vergessen“ dazu, dass der Teenager sich unverstanden fühlt und sein Vertrauen verliert. „Lassen sie auch andere helfen“ Vielleicht ist es für ihr Kind leichter, mit Freunden oder anderen Bezugspersonen über den Kummer zu reden, als mit ihnen. Versuchen sie das als zusätzliche Hilfe zu begreifen, statt eifersüchtig zu reagieren. „Eltern dürfen auch mal traurig sein" Auch in der Bewältigung von Traurigkeit und Verlust können sie ein Vorbild sein. Eltern sollten zeigen, dass Trauer und Frust zum Leben dazugehören und durchlebt statt verdrängt werden sollten. Kinder dürfen mitbekommen, wenn ihre Eltern mal nicht „gut drauf“ sind, wichtig ist nur, dass sie dabei nicht das Gefühl bekommen, verantwortlich zu sein und in die Erwachsenenrolle schlüpfen. „Nehmen sie nicht alles so persönlich“ Häufig agieren Pubertierende ihre Trauer und Wut an ihren Eltern aus. Meist ist es ihre Hilflosigkeit, den Gefühlen einen anderen Raum zu geben. Sprechen sie deutlich an, wann ihnen ein Verhalten zu weit geht, aber schaffen sie die Möglichkeit zur Versöhnung. Auch hier sollten sich die Jugendlichen in einem geschützten Rahmen ausprobieren können. |
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| Zwar muss nicht sofort Alarm geschlagen werden, doch Fakt ist, dass Liebeskummer „bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen der häufigste Auslöser für Selbstmord, die zweithöchste Todesursache in dieser Altersgruppe nach Unfällen“ ist, so die Emotionspsychologin Annette Schmitt von der Universität Oldenburg. Wird das Verhalten ihres Kindes besorgniserregend, dann sollten Eltern sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gleichaltrige wissen häufig, wenn ein Jugendlicher Selbstmordgedanken geäußert hat, hier sollten Eltern das Gespräch mit Freunden des Teenagers suchen, um diese dann auch mit in die Verantwortung einzubeziehen. Gesprächsmöglichkeiten und Hilfe bieten auch Vertrauenslehrer, Beratungsstellen der Stadt und Psychologen. Online-Hilfe finden Eltern und Jugendliche z.B. unter: www.kummernetz.de www.junoma.de (Jugendnotmail) www.bke-jugendberatung.de (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. – bke) Hinter einem so intensiv durchlebten Liebesleid stecken meist auch Probleme in anderen Lebensbereichen.
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| Eine ganz neue Dimension der Kontaktaufnahme bietet das Web. Hier können Jugendliche sich in Foren, Chats und Blogs kennen lernen, austauschen und experimentieren – und all das meist völlig unbeobachtet und mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. So ist es möglich, sich in eine Person, die man noch nie getroffen hat zu verlieben und auch von ihr zurückgewiesen zu werden. Cyber-Liebeskummer ist oft genauso wenig greifbar wie der Mensch, um den man da trauert. Wird das Internet Ersatz für „echte“ Kontakte, sollten Eltern durch Gespräche und evtl. auch Zugangsbeschränkung eingreifen. Der Internetaustausch bietet aber auch Chancen. So gibt es z.B. die Bundesinitiative „Jugend ans Netz“ mit dem Portal www.netzcheckers.de Hier gibt es Nachrichten und verschieden Angebote, u.a. auch den „Ratgeber“, ein Hilfsportal. |
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| Gerne würde man die eigenen Kinder vor körperlichem und seelischem Schmerz beschützen, aber die Krisenphase des Herzschmerzes hat auch positive Seiten, wenn gleich diese für den Betroffenen selbst schwer erkennbar sind: Man öffnet sich Freunden in intensiven Gesprächen, lernt sich und seine Gefühle besser kennen, hat mehr Verständnis für die Gefühle anderer und man lernt seine eigene Stärke kennen, den Kummer durchzustehen. Liebeskummer kann zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen und ein Menge kreatives Potenzial freisetzen. Die Autorin Gerti Senger schreibt dazu: „ Durch diesen Prozess kamen Konflikt- und Entwicklungsthemen zutage, Sie reiften und entfalteten sich emotional.“ Und das ist doch etwas, was man jedem Jugendlichen auf seinem Weg zum Erwachsensein nur wünschen kann. |
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| Sylvia Fauck: Liebeskummer - wenn das Herz zu brechen droht Wer Liebeskummer hat, so Silvia Fauck, der fühlt sich, als habe sich der Erdboden unter den Füßen aufgetan. Das gilt besonders, wenn der andere die Beziehung plötzlich beendet hat, wenn es scheinbar keinen Grund gab für die Trennung. Liebeskummer ist ein Thema, mit dem man schlafen geht, das neben dem Bett steht und darauf wartet, dass man wieder aufwacht.
Gerti Senger: Liebeskummer - eine Chance Auch die Autorin Gerti Senger („Liebeskummer. Eine Chance“, Herbig Verlag) ist überzeugt, dass Liebeskummer zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen und kreatives Potenzial freisetzen kann. Zumindest beginnen viele Menschen in so einer Situation, ihre Wohnung zu renovieren oder Tagebuch, Gedichte und Songtexte zu schreiben. „Aus meinen großen Schmerzen mach' ich die kleinen Lieder“, sagte schon Heinrich Heine, und Rockröhre Nina Hagen gab sich in „Alptraum“ schamlos fiesen Rachegedanken hin: „Ich mach dich nachts zum Zitteraal, vibrierend in der Höllenqual, ich spieß dein' Kopf auf eine Latte, und dann frisst ihn 'ne fette Ratte, und als dicker fetter Clown komm ich dir auf die Fresse haun“. (aus sz-online / Sachsen im Netz)
Autorin: Nikola Materne |