Musikalische Früherziehung 



Jeder Mensch ist musikalisch. Der eine mehr, der andere etwas weniger. Entwicklungsforscher wissen: Je früher Musik ein prägender Bestandteil der kindlichen Entwicklung ist, desto besser verläuft die ganzheitliche Entwicklung (vergl. hierzu den Artikel auf  www.starke-eltern.de)
Die musikalische Früherziehung, die deutschlandweit von Musikschulen angeboten wird, setzt hier bereits bei den Kleinsten an. Musikspiele, Rhythmus, Instrumentenschnupperstunden – ab dem Alter von einem halben Jahr können Kinder die Welt der Musik spielerisch entdecken.




Musik-Vorschule

Frühkindliche Bildung steht seit Jahren in der Diskussion. Viele Eltern wünschen sich eine stärkere Förderung ihrer Kinder bereits im Kindergarten. Kein Wunder, dass auch die musikalische Früherziehung einen Boom erlebt. Immer mehr Eltern zahlen privat die Kosten für die Musikschulgebühren, damit Ihr Nachwuchs ein Mal wöchentlich in die Welt der Musik eintauchen kann. Das Konzept ist nicht neu. Seit 1968 bieten der Verband deutscher Musikschulen (VdM) musikalische Elementarbildung für Vorschulschinder an. Heute gibt es in nahezu jeder Musikschule Deutschlands Kurse, oft auch in Zusammenarbeit mit Kindergärten.







Eltern-Kind-Kurse

Für Kinder von 6 Monaten bis drei Jahren bieten viele Musikschulen Eltern-Kind-Kurse an. In den Kursen erhalten die Eltern viele Anregungen, wie Musik zum täglichen Bestandteil des Lebens werden kann. Gemeinsam singen, trommeln, klatschen, lustige Fingerspiele, das Ausprobieren erster Instrumente – Groß und Klein erleben gemeinsam Musik und haben viel Spaß. Das Experimentieren mit Klang und Rhythmus ist nicht nur für die Kinder eine große Bereicherung, auch die Erwachsenen genießen diese Zeit. Denn: Neben dem Spaß an der Musik sind auch die 45 Minuten gemeinsamer und ungestörter Zeit eine Bereicherung für die Eltern-Kind Beziehung. Raus aus dem Alltag, rein in die Musik: Eine willkommene Abwechslung für die Sinne!





Musikalische Frühförderung

Die musikalische Früherziehung, angeboten vom Verband deutscher Musikschulen, erstreckt sich über 2 Jahre und ist für Kinder ab 3 oder 4 Jahren geeignet. Nach einer Probezeit von drei Monaten wird in einem Gespräch zwischen Lehrkraft und Eltern entschieden, ob das Kind Freude an der Musik hat und eine weitere Teilnahme sinnvoll ist.
Diese Probezeit ist auch wichtig, um festzustellen, ob das Kind bereits „reif“ genug ist, um sich in der Gruppe von 8-10 Kindern entsprechend verhalten zu können. Dreijährige sind manchmal noch zu rege und temperamentvoll, um konzentriert mitarbeiten zu können. Hin und wieder sollte die Aufnahme deshalb um ein weiteres Jahr verschoben werden.
Die musikalische Früherziehung findet einmal pro Woche für 45 Minuten statt, Schulferien ausgenommen. Unter Anleitung einer Musikpädagogin/eines Musikpädagogen machen die Kinder erste Schritte in die musikalische Bildung. Am Anfang stehen spielerische und leichte Aufgaben: Lieder erlernen und in der Gruppe singen, einen Rhythmus klatschen, Bilder malen, Tanz und Bewegung zur Musik. Aufbauend auf diesen ersten Übungen vertiefen sich im Laufe der zwei Jahre die Lerninhalte. Die Kinder lernen Noten lesen und schreiben,probieren sich an vielen verschiedenen Instrumenten, machen Gruppen-Musik mit Rhythmusgeräten, Stimm- und Sprachübungen.
Auch die Eltern werden regelmäßig miteinbezogen. An gemeinsamen Treffen oder Feiern singen die Kinder vor, zeigen, was sie gelernt haben. Es werden einfache Instrumente gebaut oder Ausflüge und Exkursionen, z.B. zu einer Museumsausstellung oder einer Kirchenorgel, unternommen.














Der Grundstock

Radio, TV, Kassettenrekorder, Singen und Tanzen im Kindergarten, Gute-Nacht-Lieder von Mama und Papa - auch wenn Kinder der Musik überall begegnen, die musikalische Früherziehung legt einen besonderen Grundstock für die individuelle Weiterentwicklung. Sie ist vor allem eine Chance: Die wöchentliche Konzentration auf musikalische Möglichkeiten verfeinert nicht nur die Fähig- und Fertigkeiten eines Kindes in Bezug auf Sensorik, Fantasie, Sprache oder Kognition, sondern sie vermittelt ein tiefes Gefühl zur Musik. Viele Kinder, die einen 2-jährigen Kurs besucht haben, möchten auch weiterhin Musik machen. Das Interesse ist geweckt!
Im Anschluss an die musikalische Früherziehung empfiehlt sich ein Folgekurs in der Basisbildung. In kleinen Gruppen von 3-4 Kindern können dort einzelne Instrumente vertieft studiert werden. Am beliebtesten sind hier Kurse am Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Violine und Klarinette.


Instrumentenkarussell

„Welches Instrument soll ich bloß lernen?“ Viele Kinder können und wollen sich nach der musikalischen Früherziehung noch nicht entscheiden. Auch die Eltern grübeln jetzt. Mit der gezielten Weiterbelegung eines Kurses ist häufig auch ein Instrumentenkauf aktuell. Doch Klavier, Schlagzeug und Co. sind teuer. Die berechtigte Sorge ist: Bleibt mein Kind auch dabei?
Um Kindern und Eltern mehr Gewissheit zu verschaffen, bieten viele Musikschulen das Instrumentenkarussell an. Als Folgekurs können 6-9jährige sich hier innerhalb der Gruppe an verschiedenen Instrumenten ausprobieren. Etwa 4-5 Wochen steht ein Instrument im Fokus, dann erfolgt der Wechsel zum nächsten. Gegen eine Gebühr können oft auch Instrumente zum Üben und weiteren Ausprobieren entliehen werden.





Die Kosten

Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) nennt folgende Kosten (Durchschnittsgebühren in Euro / Jahr)

Musikalische Früherziehung
60 Minuten

247

Angebote für Kinder unter 4 Jahren
60 Minuten

262

Musikalische Grundausbildung
60 Minuten

259

Singklassen
60 Minuten

149

Einzelunterricht
45 Minuten

842

2 Schüler
45 Minuten

476

3 Schüler
45 Minuten

366

4 Schüler
45 Minuten

319

mehr als 4 Schüler
45 Minuten

290

Kombiunterricht
45 Minuten

532



Buchtipps:

Titel

Kinder spielen mit Orff-Instrumenten

© Don Bosco 2007
Autorinnen Bettina Scheer und Elke Gulden
Zielgruppe Kinder und alle die mit diesen zu tun haben
Verlag Don Bosco Verlag
(2007)
Kategorie Klanggeschichten
Bestellnummer 3769816102
Preis ca. 10,95 €


Titel

Klangwerkstatt für Kinder. Miteinander Instrumente bauen und Musik machen.

© Don Bosco 2003
Autorin Dorothée Kreusch Jacob
Zielgruppe Eltern und Erzieher
Verlag Don Bosco Verlag
(2003)
Kategorie Ratgeber
Bestellnummer

3769812263

Preis ca. 19,95 €



LINKTIPPS:

- www.musikschulen.de
  Überblick über die Arbeit und Struktur des Verbands deutscher   Musikschulen, mit einer Karte aller Musikschulen in Deutschland

- www.familienhandbuch.de
  „Kinder optimal fördern – mit Musik!“ Beitrag aus dem    Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik

- www.kindergartenpaedagogik.de
  Fachbeitrag
  Kinder brauchen Musik, Spiel und Tanz:
  Rhythmik als ganzheitliches Bildungsangebot in der frühkindlichen   Erziehung

- www.focus.de/wissen
  Focus-Artikel
  „Musizieren macht Kinder schlau“

- www.mobile-familienmagazin.de
  Mobile-Familienmagazin Artikel
  „Man müsste Klavier spielen können“ – Über musikalische
   Frühförderung

Autorin: Bettina Levecke