| Neue World Vision Kinderstudie 2010 |
Mit Freunden ins Kino gehen, im Fußballverein Tore kicken und in der Musikschule Gitarre lernen – während diese Freizeittätigkeiten für manche Kinder zum ganz normalen Wochenrhythmus gehören, können viele Kinder aus sozialschwachen Familien davon nur träumen. Die World Vision-Kinderstudie 2010 zeigt: Soziale Unterschiede prägen das Leben von Kindern schon im Grundschulalter. Das liegt allerdings nicht nur am kleinen Geldbeutel. | |||
Geld eröffnet Möglichkeiten Ohne Moos nix los? Welche Bedeutung Geld in unserer Gesellschaft spielt, können selbst die Kleinsten oft schon treffend beschreiben. Dass es dabei in deutschen Familien nicht immer zum Besten steht, bestätigen auch die befragten Kids. Rund 20 Prozent der befragten Kinder stimmten mit der Aussage überein, dass „in unserer Familie das Geld eher knapp“ ist. Gut 25 Prozent, also jedes vierte Kind, ist der Ansicht, dass das enge Familienbudget zu Einschränkungen führt. 7 von 100 Kindern erleben keinen Urlaub, 3 von 100 gaben an, nur gebrauchte Kleidung tragen zu können, 2 von 100 Kindern mussten sogar ihren Eltern Geld vom eigenen Ersparten „leihen“. Wenig Geld in der Familie geht – so zeigt es die Studie – häufig einher mit eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten, sei es in der Freizeit oder in der Schule. Kinder aus sozialschwachen Familien haben seltener Nachhilfe, um schulische Defizite auszugleichen, sie gehen seltener ins Kino oder auf andere Veranstaltungen und verbringen insgesamt deutlich mehr Zeit zu Hause, häufig vor dem Fernseher oder der Playstation. Sie sind häufiger auf sich allein gestellt und werden insgesamt weniger gefördert als Kinder aus Familien mit gutem Einkommen, die überdurchschnittlich häufig in Vereinen, Musikschulen und anderen Freizeit- und Bildungsangeboten eingebunden sind. |
Ohne Moos nix los? Welche Bedeutung Geld in unserer Gesellschaft spielt, können selbst die Kleinsten oft schon treffend beschreiben. |
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Maßstäbe des Elternhauses Eltern sind Vorbild – das gilt auch in puncto Bildung. Eltern mit Abitur oder Hochschulstudium im Gepäck bieten ihren Kindern im Vergleich einen besseren Zugang zu vielfältigen Freizeitgestaltungen. Ob Sport im Verein, Spielen in der Natur, Musizieren oder kreative Hobbies – Kinder aus einem gehobenen Bildungshintergrund entdecken viel selbstverständlicher ihre Möglichkeiten und Talente, sind selbstbewusster und erleben von ihrem Umfeld mehr Förderung, Respekt und Wertschätzung als Kinder aus Familien mit bildungsfernem Hintergrund. Kinder aus der Unterschicht sind unsicherer, haben häufiger Angst vor der Zukunft, z.B. vor Arbeitslosigkeit oder schlechten Schulnoten. Besonders betroffen sind dabei Kinder aus Migrantenfamilien, fast die Hälfte der Kinder aus der Unterschicht stammen laut eigener Angaben aus einem Migrationshintergrund. |
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Was Kinder brauchen Rund 20 Prozent der Kinder zwischen 6 und 11 Jahren fühlen sich massiv benachteiligt, meist stammen diese Kinder aus sozial schwachen Familien. Die Studie zeigt deutlich, was ihnen fehlt und was sie sich wünschen: Mehr Förderung, mehr Vielseitigkeit, mehr Vertrauen und Zuwendung der Eltern. Obwohl meistens – und das zeigen die Ergebnisse auch – in fast jedem Kinderzimmer von Hartz-4-Familien ein Fernseher steht oder eine Playstation rund um die Uhr verfügbar ist, macht Kinder dieser Medienkonsum nicht glücklich. Sie wollen Zeit mit ihren Eltern verbringen, wünschen sich Interesse an den Hausaufgaben, gemeinsame Unternehmungen. Kinder wollen lernen, sich bewegen, Freunde treffen und Grenzen austesten. Das geht nicht nur alleine zu Hause im stillen Kämmerlein. Doch der Weg nach „draußen“ scheint den von Armut betroffenen Familien eher schwer zu fallen. Auffällig ist, dass z.B. in Vereinen, die dank niedriger Mitgliedsgebühren gerade für Familien mit wenig Geld Anreize bieten, besonders wenige Kinder aus der Unterschicht aktiv sind. Die Forscher vermuten, dass von Armut betroffene Familien in vielen Punkten einfach schon resigniert haben. |
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Grenzen setzen und Anreize bieten Kinder wünschen sich vor allem eines: Präsente Eltern und ein liebevolles Zuhause. Da sein, sich kümmern, Interesse zeigen und Gedanken machen – Eltern, die diese Dinge leisten, stehen bei ihren Kindern hoch im Kurs. Hingegen sind Kids, die z.B. stundenlang unbeaufsichtigt vor dem Computer sitzen dürfen, unzufriedener mit ihrem Leben. Eltern, die einen gleichgültigen Umgang mit ihren Kindern haben und wenig Grenzen setzen, haben häufiger frustrierte Kinder. Weniger wichtig für Kinder ist die Länge der mit den Eltern verbrachten Zeit, sondern die Intensität dieser Zweisamkeit. So haben berufstätige Eltern in der Umfrage erstaunlich gut abgeschnitten: Sie nutzen die Freizeit mit ihren Kindern häufiger wesentlich bewusster als die Eltern, die z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit zu Hause sind. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick: |