Die Gitarre   


Gitarristen sind cool. Klar, denn sie haben ohne Ende Vorbilder. Unvergessen z.B. Jimi Hendrix, der auf seiner E-Gitarre dem Live-Publikum in Woodstock unglaubliche Soli präsentierte. Oder ACDC-Gitarrengott Angus Young, der Jugendheld heutiger Eltern.
Die Gitarre bietet vielerlei Möglichkeiten musikalischer Schwerpunkte. Ob Rock, Heavy Metal, Folk, Blues oder natürlich auch Klassik – nach der Grundausbildung stehen alle Türen offen.

Wenn Ihr Kind in die Rocker-Fußstapfen treten möchte, liegt der Gedanke nahe, gleich an der E-Gitarre zu lernen. Diese Option besteht natürlich, denn viele Musikschulen bieten diesen Unterricht an. Doch vergessen Sie dabei nicht: Eine E-Gitarre klingt nur mit Verstärker. Es wird also laut im Kinderzimmer!

Wir empfehlen deshalb, mit dem Lernen auf einer Akustikgitarre zu beginnen. Die Saiten sind nicht so hart wie auf einer E-Gitarre (das erleichtert das Greifen) und Elternohren werden mit sanften, statt mit lauten Klängen verwöhnt.

Das Einstiegsalter ist ab frühstens 4-5 Jahren gegeben. Die Kinder müssen in der Lage sein, mit Geduld und Fingergefühl üben zu können. Denn am Anfang steht das Greifen lernen. Die Gitarrenseiten stehen dicht beieinander und es ist nicht ganz einfach die Saiten mit kleinen Fingern zu schlagen. Auch das Drücken der Saiten am Bund erfordert im wahrsten Sinne des Wortes viel Fingerspitzengefühl. Nur wenn die Saite fest und sauber gedrückt ist, entsteht auch ein voller Klang. Das ist für kleine Energiebündel schnell ein frustrierendes Geduldsspiel, das überfordern kann.

Wer allerdings mit Lust und Interesse das Instrument erobert, kann in kurzer Zeit schöne Erfolge verbuchen. Erste Lieder lassen sich schon mit wenigen Techniken spielen. Schließlich können auch Rockbands, wie z.B. die Toten Hosen, ganze Alben mit drei Gitarrenakkorden füllen.




Tipp:

Besonders bei jüngeren Kindern empfiehlt sich der Unterricht in der Gruppe. 3-4 Kinder lernen hier gleichzeitig die ersten Schritte am Instrument. Das Lernen in der Gruppe hat mehrere Vorteile: Zum Einen erhöht es die Motivation der kleinen Musikanten, wenn sie mit Kindergarten- oder Schulfreunden gemeinsam unterrichtet werden. Auch ist der Unterricht in der Gruppe nicht so anstrengend wie Einzelunterricht. Vergessen Sie nicht: Besonders für kleine Kinder zwischen 4-8 Jahren können sich 45 Minuten Einzelunterricht in unendliche Länge erstrecken. In der Gruppe hat jedes Kind auch mal Momente, in denen es nicht gefordert ist. Und ein zusätzlicher Vorteil ist der Kostenpunkt. Während Einzelunterricht in einer Musikschule 70-90 Euro im Monat kostet, ist Gruppenunterricht in der Regel nur halb so teuer.

Generell sollten Kinder auf einer Kindergitarre anfangen. Diese ½ oder ¾ Zoll Gitarren ermöglichen eine gesunde Körperhaltung beim Spiel und leichtes Greifen. Anfängerinstrumente gibt es ab 80 Euro. Im Idealfall bieten Musikhandlungen auch den Rücktausch an, wenn Ihr Kind später zu einer größeren Gitarre wechselt. Zum Erwerb gehören auch ein Notenständer, eine Gitarrentasche, eine Fußbank und ein Gitarrenständer – die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 120-150 Euro.




Perspektiven:

Wer die Gitarre erlernt, hat sehr viele Perspektiven. Mit der Kenntnis der Harmonielehre, Akkorden und Improvisationen ist man in jeder Band gerne gesehen. Aber auch als Solokünstler bietet die Gitarre eine breite Palette. Es gibt wunderschöne Klassikstücke, die enorme Technikfähigkeit voraussetzen. Zudem: Wer auf einer Akustikgitarre gelernt hat, kann später problemlos auf andere Gitarrenarten „umsatteln“. Zu nennen wäre hier die Jazzgitarre, die E-Gitarre oder die Bassgitarre. Alle drei bieten dem Spieler neue Einsatz- und Klangmöglichkeiten. Besonders auf der E-Gitarre kann mit dem Einsatz von Computern und Verzerrern eine völlig neue Klangwelt eröffnet werden.

Autorin: Bettina Levecke