
What happened?
Tobias blinzelte. Ein Sonnenstrahl fiel direkt auf sein Gesicht. Der musste ihn geweckt haben. Hatte er etwa verschlafen? Er schaute auf seinen Wecker. Nein, es war erst Viertel nach sechs. «We don't have to get up before seven», hatte David gestern Abend vorm Einschlafen gesagt. «School only starts at ten to nine.» Tobias warf einen Blick auf das Bett an der gegenüberliegenden Wand. David schlief noch tief und fest.
Vor zwei Tagen war Tobias mit Mama, seinem kleinen Bruder Henrik und Henriks Papa Stefan von Hamburg nach Dublin geflogen, um Tante Anna u ihre Familie zu besuchen. Mama und Tante Annna waren Zwillingsschwestern. Sie wurden am nächsten Sonntag vierzig und wollten ihren Geburtst gemeinsam feiern. Leider hatten David und seine Schwester Emily im März keine Ferien, aber Tobias hatte nichts dagegen, auch mal mit in ihre Schule zu gehen. In Fächern wie Deutsch, Kunst, Musik und Sport würde er sogar richtig mitmachen können. Und wenn er keine Lust mehr hatte, würde Mama ihn abholen.
Tobias schloss die Augen und ließ sein Gesicht von der Sonne bescheinen. Als sie im letzten Sommer das erste Mal nach Dublin gekommen waren, hatte es genieselt, und vor lauter Nebel hatte er nicht mal das Meer sehen können. Er war sehr enttäuscht gewesen, weil er nasse, kühle Sommer nicht mochte. Aber dann waren es die schönsten und spannendsten Sommerferien geworden, die er je erlebt hatte. David, Emily und er waren dem älteren Jungen Eamon auf die Spur gekommen, der aus Eifersucht das Segelboot seines Halbbruders Angus so beschädigt hatte, dass der eine wichtige Regatta verloren hatte. Und nicht nur das. Später waren die beiden auf der Yacht ihres Vaters in Seenot geraten, und sie, die 3 Spürnasen, hatten sie gerettet! Nicht allein, sondern mit Hilfe von Danny McGovern. Der war mit ihnen in seinem Motorboot in die Dubliner Bucht hinausgefahren. Tobias schoss das Blut in den Kopf, wenn er daran dachte, dass David, Emily und er zuerst Danny verdächtigt hatten, Angus' Boot beschädigt zu haben. Ja, sie hatten sogar noch einen weiteren falschen Verdacht gehabt: Steve Donoghue! Und ausgerechnet Steve gehörte zur Besatzung des Seenotrettungsbootes Anna Livia, die Angus und Eamon gerettet hatte, nachdem Danny McGovern sie gerufen hatte.
«Are you awake?», hörte er David flüstern.
«Ja, schon länger.»
«It's great you're here.»
«Find ich auch.»
«If only we didn't have to go to school! I hope it won't be too boring for you.»
«Nein, es wird bestimmt nicht zu langweilig.»
«Do you want to come to my class today or to Emily's?»
Emily war schon elf, also ein Jahr älter als David und Tobias. «Ich geh mit in deine Klasse.»
«All right. We have Maths, Art and German in the morning.»
Tobias hatte gleich bei ihrer Ankunft am Sonnabend gemerkt, dass er schon viel mehr Englisch verstand als im letzten Sommer. Das hatte ihn sehr erleichtert. David und Emily konnten zwar Deutsch, aber sie redeten lieber Englisch, weil es ihnen leichter fiel. So hatten sie sich daran gewöhnt, dass er Deutsch sprach und sie Englisch.
«Do you sometimes still think of Angus and Eamon?»
«Ja, ziemlich oft sogar.»
«We heard from Angus that Eamon kept his promise and went back to school last September.»
«Ah, super!»
Eamon hatte vor den Sommerferien die Schule abgebrochen und deshalb viel Ärger mit seinem Vater bekommen. Tobias war sich nicht sicher gewesen, ob er sein Versprechen halten würde, wieder zur Schule zu gehen.
«He'll do his Leaving Cert this summer.»
«Was ist das, ein <Leaving Cert>?»
«The Leaving Certificate is ... das Abitur.»
«Ich wette, dann ist sein Vater nicht mehr sauer auf ihn.»
«No, he even allowed him to sail his yacht again.»
«Echt? Er darf sogar wieder auf der Yacht seines Vaters segeln? Und Angus? Hat der auch sein Versprechen gehalten und niemandem erzählt, dass Eamon sein Boot beschädigt hat?»
«Yes, he did. Everybody thinks it's a big mystery what happened to Angus's boat.»
Tobias grinste. Nur sie wussten, was hinter diesem großen Geheimnis steckte.
«I wish we could get involved in another case!», sagte David und stand auf. «It was so exciting!»
Ja, Tobias wünschte sich auch, dass die 3 Spürnasen wieder in einen Fall verwickelt würden, den sie lösen könnten. Aber stattdessen würden sie zur Schule gehen. Und was sollte da schon passieren?
| Buchtitel |
Die 3 Spürnasen –
Give us the money, or else! |

© rororo 2010 |
Autorin |
Renate Ahrens |
| Zielgruppe |
Kinder ab 10 Jahren |
| Verlag |
Rowohlt; Januar 2010) |
| Kategorie |
deutsch-englischer Kinderkrimi |
| ISBN |
9783499215384 |
| Preis |
6,95 € |
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